Think before you speak: 5 Sätze, die ich einfach nicht mehr hören kann

1. „Du siehst echt viel jünger aus. Aber hey, später wirst du dich darüber freuen.“

– als Reaktion auf mein Alter. Wie oft ich diesen Satz hören müsste. Erst immer das „Du siehst viel jünger aus“, und als eine Art „Entschuldigung“ auf mein Augenverdrehen- denn ich weiß (!!!) das ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass ich recht jung aussehe- kommt dann immer ein „Sieh das doch als Kompliment, später wirst du dich darüber freuen.“ Wurde mir mit 12 gesagt, mit 14, mit 16 und auch jetzt mit über 20 noch. Erstens: Wann kommt dieses „später“? Und 2. Habe ich auch eigentlich kein Problem damit wie (alt oder auch jung) ich aussehe, ich frage mich nur, warum es immer thematisiert werden muss denn 3. Wie fänden diese Personen es, wenn ich zu ihnen sagen würde: „Oh, erst 35? Tut mir leid, du siehst echt viel älter aus- aber nimm es als Kompliment, als Jugendliche musstest du bestimmt nie einen Ausweis zeigen.“ Ja, sicher fänden sie das gar nicht so lustig…

 

2. „Ist das nicht etwas schwer?“ / „Komm, ich helfe dir/spotte dich…“

– Ganz ehrlich! Ich weiß schon was ich tue, wenn ich trainiere. Aller Anfang ist schwer und ich hatte ganz ganz wunderbare Unterstützung von meinem Freund, der seit Jahren diesen Sport macht und wirklich der beste Lehrer ist, den man sich wünschen könnte- ich vertraue da keinem professionellen Trainer, Internetbeitrag, YouTube Tutorial oder sonst was mehr. Es kursieren 5000 Meinungen zum Thema Fitness und ich habe eine gefunden, auf die Verlass ist, und mich streng daran gehalten, immer nachgefragt und viel dazu gelernt. Ich bin sicher nicht perfekt, aber ich denke, ich weiß zumindest was ich tue, um mich nicht zu verletzen. Und das ist ja der Punkt: Gut gemeinte Ratschläge und Kritik kann ich natürlich annehmen, aber häufig – oder eigentlich meistens- ist das gar nicht die Intention. Oft ist es nur der Versuch, mit Halbwissen zu prahlen und mich dann in ein Gespräch zu verwickeln- und es tut mir Leid, aber dafür gehe ich nicht zum Training. Es hat auch seinen Grund, dass ich Kopfhörer drin habe. Getoppt werden diese plumpen Anquatschversuche nur von den ganz großen Experten, die mitten im Satz- obwohl ganz offensichtlich keine Notwendigkeit besteht- eingreifen und mir damit meine letzten Wiederholungen ruinieren. Hilfsbereitschaft in allen Ehren, aber wenn ich nicht darum bete und auch gut alleine zurechtkomme fühle ich mich durch solche Aktionen einfach nur klein gemacht.

3. „Du isst aber ganz schön viel/wenig/bedacht/ungesund/komisch/langsam/schnell…“

Es macht mich unfassbar wütend, wenn jemand mein Essverhalten kommentiert. Das mag an persönlichen Schwierigkeiten mit dem Thema liegen, aber ich glaube auch abgesehen davon finde ich, Ernährung ist etwas Persönliches. Jeder hat da seine eigenen Präferenzen- Geschmäcker, Hungergefühl und auch Einstellungen hinsichtlich Vegetarismus, Veganismus sind nun mal verschieden. Und ich finde jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm gut schmeckt und gut tut. Natürlich halte ich sowohl Umweltbewusstsein als auch Gesundheit für sehr wichtige Themen, aber man kann erstmal bei niemandem sowas erzwingen, da ist jeder für sich selbst verantwortlich und außerdem hat jeder seine eigene Auslegung dieser Dinge. An erster Stelle steht doch, wie man sich selbst damit fühlt- sowohl moralisch, als auch körperlich. Und wenn es einem damit gut geht, macht man es anscheinend (für sich) richtig (damit sage ich nicht, dass man bei gesundheitlicher Gefährdung nicht Hilfe anbieten darf, es geht hier um etwas völlig anderes).

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4. „Frauen sollten/müssen/ dürften nicht…“

Und wer hat diese Regel gemacht? Wer hat bestimmt, dass Frauen so und so aussehen, reden, arbeiten oder denken sollen? Das ist ein Thema über das ich viel zu viel schreiben könnte, aber ich versuche es kurz zu fassen: Ich halte es für wirklich sehr reduziertes Denken, ALLE FRAUEN in einen Topf werfen zu wollen, oder nicht? Ich kann, soll, muss, darf und bin wie es mir halt passt 🙂

5. „Es könnte alles viel schlimmer sein.“

Ja, ich bin auch für Optimismus- positives Denken bringt einen mit Sicherheit weiter als Selbstmitleid. Aber: Diese Vergleiche regen mich so auf. Wenn ich mir über etwas Gedanken mache oder mich ärgere, ist mir sehr wohl bewusst, dass es nicht um mein ganzes Leben geht. Dass ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden sein kann (und auch bin) und dass ich dankbar sein sollte (und definitiv auch bin!). Das hilft aber in solchen Momenten recht wenig. Denn wenn mich etwas verletzt/ beschäftigt oder aufregt, dann kann ich mir diese Gefühle nicht aussuchen. Dann kann ich nicht einfach „locker bleiben“ und darüber hinwegsehen, so gerne ich das auch wollen würde. Und da helfen solche Floskeln ehrlich gesagt herzlich wenig 😀

 

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