Schubladengedanken

Manchmal, da will ich mir eine Schublade bauen

Und mich in ihr verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Genie und Wahnsinn

Lag mir das Festlegen noch nie,

Das Mathe Abi mit eins

Aber Schwierigkeiten eins und eins zusammen zu zählen,

Zwischen Ordnungsfreak und Chaoskopf,

Stopf ich tütenweise Kram in die Schränke

Aber kann offene Türen nicht ertragen,

Hab den roten Faden noch nie gesehen,

Und habe aufgegeben zu verstehen,

Wieso ich zu faul bin, zum Kühlschrank zu laufen

Aber mich kurz darauf stundenlang beim Sport austob‘

Warum ich Lob nicht annehmen kann

Aber bei Kritik schnell weine

Zwischen Sensibelchen und Ist-Mir-Egal,

Ein Freigeist- in eigenen Gedanken gefangen,

 

Will ich mir manchmal eine Schublade bauen

Und mich in ihr verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Beziehungsmensch und Einzelgänger

Auf der Suche nach Nähe ohne mich nahbar zu machen,

Liebe ich offene Gespräche aber geb‘ mich verschlossen

Will ich dir alles erzählen aber du darfst nichts wissen,

Zwischen „No risk no fun“ und „Comfortzone“,

Gehe ich gern zu weit, aber nur falls ich es schaffe

dafür mein Haus zu verlassen

 

Denn manchmal will ich mir lieber eine Schublade bauen

Und mich in ihr  verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Neugierde und Beständigkeit

Gucke ich dieselbe Serie zwanzig Mal

Aber empfinde es als Qual

Keine neue Herausforderung zu haben

Zwischen Bescheidenheit und Eitelkeit

Erwarte ich deine volle Aufmerksamkeit

Kann aber selbst kaum in den Spiegel schauen,

Mache hundert Bilder von mir selbst

Aber laufe vor jedem Schnappschuss davon

 

Und würde mir lieber eine Schublade bauen

Mich in ihr  verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Und außerdem bin ich handwerklich nicht begabt,

Obwohl ich Kunst und Kreativität so sehr mag

Entspringt das alles nur meinem Kopf

Gelangt eventuell auf Papier,

Doch eine Kategorie, die gibt es für mich nicht

Ich pendle irgendwo dazwischen

Weder schwarz noch weiß

Und weiß selbst noch nicht so genau,

Wer ich morgen bin, oder wie oder wo,

Aber eins ist sicher und ändert sich nie:

Die Schublade bleibt nichts als bloße Fantasie.

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