3 Tage und alle Jahreszeiten: Reisetagebuch Brüssel

Wie ich ja bereits erzählt habe, bin ich seit Anfang Januar im Praktikum. Da es für mich echt eine Umstellung war, vom lockeren Studentenleben plötzlich in einer 40 Stunden Woche plus Pendeln festzuhängen, hab ich die Wochenenden in letzter Zeit umso mehr genossen. Und jetzt standen ein paar Urlaubstage an, die ich unbedingt nutzen wollte. Da das Ganze super spontan war und ich eine Katastrophe im planen bin, haben wir uns entschieden, einfach drei Tage in Brüssel zu verbringen. Dort ist man von Bonn aus super schnell und ein Airbnb ließ sich auch spontan noch buchen 🙂

Tag 1: Donnerstag, 15.03.

Da ich gefühlt inzwischen zu einer nervigen Rentnerin mutiert bin, die nicht zu spät kommen und auch ja alles nutzen will, waren wir um Punkt 14 Uhr, genau zum Check-In, an der Wohnung. Ich hab vorher noch nie eine Reise über Airbnb gebucht und war etwas nervös. Fand die Vorstellung komisch, einfach bei jemand Fremden zu hausen. Aber das Zimmer war super schön, alles war echt unkompliziert und unser Host schien durch und durch Airbnbler zu sein- überall waren kleine Markierungen, Zettel, Hinweise, sodass sogar ich als „Anfänger“ nichts falsch machen konnte.

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Leider meinte der Donnerstag es wettertechnisch nicht gut mit uns, wir hatten eigentlich durchgängig Regen. Trotzdem sind wir direkt los in die Stadt und haben im Jat Café eine kleine Essenspause eingelegt (naja, ich habe dort gegessen, mein Freund hatte vorher einen Burger im Schnellrestaurant- essenstechnisch sind wir nicht immer auf einer Wellenlänge 😀 )

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Danach sind wir im Zentrum herumgelaufen, haben uns die Galerie Royale (auf dem Titelbild zu sehen) angeguckt und einfach einen ersten Gesamteindruck der Stadt bekommen. Und waren etwas verwirrt und orientierungslos. Und klitschnass. Aber zufrieden.
Total durchgefroren waren wir abends noch in dem wohl stylishsten Starbucks Café, das ich je gesehen habe- aber bei einem Kaffee für 4,50 (nochmal teurer als bei uns!) kann man das ja wohl erwarten:

Tag 2: Freitag, 16.03

Der Freitag machte dann alles wett. Sonne und 15 Grad. Meine Laune war super, ich hatte mich schon auf drei Tage Regen eingestellt. Mit niedrigen Erwartungen ist man einfach viel leichter glücklich zu kriegen.
Morgens hab ich mich ein bisschen in Saint-Gilles, wo unser Airbnb war, umgeschaut, habe meinem Freund den Besuch bei Urban Outfitters erspart und ihn dann zum Frühstück abgeholt. Wir waren im Café Hinterland, ich war glücklich mit meiner Müsli Bowl, mein Freund war etwas überfordert mit zu viel Bacon bei zu wenig Rührei, aber insgesamt war es doch sehr schön dort 🙂

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Danach haben wir uns Ixelles angeguckt, ein kleiner Ort, der eine ganz coole Mischung aus hip und runtergekommen ist (und leider grad von einer riesigen Baustelle durchkreuzt wird, aber was soll’s). Von da aus sind wir weiter Richtung Stadt spaziert (allgemein sind wir eigentlich alle Strecken gelaufen, haben nur am ersten Abend eine Metro nachhause genommen weil wir so durchgefroren und müde waren…ich glaub ich hab mein Schrittziel fürs restliche Jahr erreicht).
Wir waren dann erst im Square du Petit Sablon und haben ein bisschen die Sonne genossen. Ungläubig darüber, dass sie immer noch da war. So stark, dass man draußen sitzen kann, ohne festzufrieren.

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Eine Nachmittagspause gab es bei Coco Donuts. Ich hatte das vorab auf Instagram entdeckt und wollte unbedingt hin. Die Donuts sind echt riesig und das Café ist total süß eingerichtet. Sehr Instagrammable, was eh ein wenig an Priorität gewonnen hat, weswegen sich mein armer Freund in lauter kleinen Hipsterlokalen wiederfindet und mit gluten- und laktosefreier, veganer Nahrung konfrontiert sieht (…wenn es nicht grad zu viel Bacon ist 😀 )

Dann sind wir vorbei am Manneken Pis (warum zur Hölle ist das so eine Attraktion? Und warum gibt es Souvenirs, die Manekken Pis als Korkenzieher darstellen???) zum Grand Place gelaufen. Auch sehr schön so bei Sonnenschein. Der Rest des Tages war etwas Shopping, viel Rumlaufen und noch mehr Freude über das Wetter.

Tag 3: Samstag, 17.03.

Brüssel wollte uns wohl einfach mal alle Jahreszeiten präsentieren. Nach dem ersten herbstlichen Regentag, dem darauffolgenden Frühling bis Sommeranfang, erwartete uns am letzten Tag tiefster Winter. Schneesturm und Minusgrade- what? Ich war zugegebenermaßen ziemlich am Jammern, auf so eine Wetterlage war ich weder kleidungstechnisch noch mental vorbereitet. Also haben wir den Samstag ruhig angehen lassen, nach dem Auschecken waren wir im Apple Store, dann sind wir ein bisschen von Café zu Café geschlendert. Im Tich haben wir uns länger aufgehalten, ich hatte leckeres veganes Porridge, mein Freund hatte nichts 😀 Aber ich finde das Konzept des Ladens total schön, er ist sehr weitläufig, mit ganz unterschiedlichen, verteilten Sitzmöglichkeiten, außerdem kann man dort auch Bücher, Kleidung und Deko kaufen. Ein guter Platz um bei schlechtem Wetter Zeit totzuschlagen.


Danach sind wir dann auch nur noch einkaufen gegangen um ein Stück Belgien mit Nachhause zu nehmen und dann zurück gefahren 🙂

Fazit:

Trotz seltsamster Wetterbedingungen hatten wir ein tolles Wochenende. Brüssel ist teuer. Aber sehr sehr schön. Und ich werde sicher mal wieder kommen (um die restlichen Hipstercafés abzuklappern) 🙂

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