Emotionales Aprilwetter

Manchmal, da ruhe ich in mir, da weiß ich, wer ich bin und wofür ich stehe, wohin ich gehen will und mit welchem Ziel. Da fühl‘ ich mich in meiner Haut richtig gut, weil ich weiß, wofür ich das alles tu, dass ich viel investier‘, aber auch ein Gespür dafür habe, dass es sich lohnt. Da ist die Richtung richtig und ich mir selbst wichtig, da stärke ich mir den Rücken und da darf ich auch mal stolz auf mich sein. Stolz zu wissen, dass das meine Reise ist und sie mich irgendwo hin führt.
Und andere Male, bin ich bloß noch verwirrt…
Verwirrt darüber, wer diese Person ist, die diese Sätze sagt, die sich selbst heute so gar nicht mag und am liebsten nur noch davon laufen möchte. Am liebsten hätte ich dann Urlaub vor mir selbst, weil mir mein Spiegelbild nicht gefällt und Gedanken mich erdrücken, Zweifel mich ersticken und jedes Wort sich so fremd anhört. Und überhaupt, sich alles falsch anfühlt und der Sinn gerade fehlt, im Handeln und Tun und im Großen und Ganzen, im Sein, weil ich gar nicht weiß, was das in dem Moment für mich heißt.

Manche Tage sind Sonnentage, an denen ich nichts hinterfragen muss, ich morgens aufstehe und die Dinge angehe. Da bleibt gar keine Zeit für Sorgen, kein Gedanke an gestern und keiner an morgen, da bin ich im Jetzt und es passt, da ist mein Herz am rechten Platz und ein Lächeln in meinem Gesicht. Da weiß ich nicht, wo die Zeit eigentlich bleibt, denn immer wenn es schön ist, läuft sie so schnell und der Tag zieht einfach so vorbei…
Und der nächste Morgen ist nicht mehr hell, da kommt ein Gewitter auf und am liebsten stehe ich gar nicht auf, aber quäle mich dann doch raus und den Rest der Zeit halt so da durch. Da verlangt mir jedes Gespräch zu viel ab, weil ich gerade keine Kraft dafür hab, weil ich lügen hasse aber auch drüber reden, denn da gibt es eigentlich nichts zu erzählen und wenn, willst du es vielleicht nicht hören. Da fehlt einfach das Licht und somit auch die Energie, und gerade wenn man denkt, der Tag ende nie, ist er irgendwann doch geschafft und die Last lässt nach und dann geht die Sonne auch wieder auf…

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Kennt ihr das auch? Wie tagesabhängig sowohl Stimmung, als auch Selbstbewusstsein und Antrieb sein können? Ich fand es lange Zeit so unfassbar überwältigend, wie extrem meine Gefühle schwanken können. Und es hat mich überfordert und wütend gemacht. Inzwischen habe ich aber akzeptiert, dass ich nun mal so bin. Und dass ich beide Seiten akzeptieren muss. Dann ist der eine Tag eben richtig schlecht, es kommen genauso auch wieder die guten! Optimismus ist schön, aber man kann ihn nicht erzwingen. Man kann sich auf positives konzentrieren, aber man kann auch hinnehmen, dass man sich manchmal einfach nicht so fühlt und dass das ebenso erlaubt ist…

emotionalesaprilwetter2

 

 

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