Krea-tief: wenn Kopf und Blatt leer bleiben

Manchmal, da sprudeln die Ideen förmlich. Da schreibt man ohne nachzudenken, ohne richtige Atempause und ist im Flow. Das ist genau der Zustand, in dem man sich nicht langweilt und gleichzeitig nicht überfordert fühlt. In dem man Spaß hat, bei dem, was man tut, weil es genau die richtige Mischung darstellt aus „es geht mir leicht von der Hand, aber in meinem Kopf passiert etwas“.

Und dann ist da aber auch manchmal dieses schwarze Loch. Dieses tiefe Nichts im Kopf. Manche nennen es Schreibblockade, aber daran glaube ich nicht richtig. Denn man könnte sicherlich irgendetwas schreiben, das man aber danach am liebsten sofort wieder löschen würde. Deswegen schreibt man gar nichts. Kopf leer, Blatt leer. Das ist frustrierend und irgendwie wird man immer wütender auf sich selbst, je länger man vor dem leeren Bildschirm/Papier sitzt. Ich habe herausgefunden, dass es für mich persönlich ineffektiv ist, es zu erzwingen. Manchmal geht es aber nicht anders. Und deswegen glaube ich, dass man am besten bei dem Knoten im Kopf anfängt, man ihm entweder vorbeugt oder versucht, ihn zu lösen. Ich habe ein paar Möglichkeiten gefunden, die mir dabei helfen, das Krea-„tief“ zu vermeiden oder im Notfall zu beenden.

  • Prävention: Ich habe immer einen Stift und Zettel/Block/Notizbuch dabei. Mir kommen die Ideen und Gedanken meistens unterwegs, weswegen ich immer etwas zu Schreiben parat habe. Notfalls tut es aber auch mal ein Kassenbon um kurz festzuhalten, was sonst vielleicht später wieder vergessen ist.
  • Inspiration: Viel lesen, egal was- Zeitung, Magazine, Bücher, Blogeinträge, alles was halt so da ist. Und auch Filme, Serien und Podcasts sind eine tolle Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen. Ich meine nicht, dass man Ideen klauen soll. Aber eigentlich reproduziert man immer nur Dinge, die man irgendwoher kennt und erschafft mit Hilfe dieser etwas Eigenes. Und je mehr man kennt, auf desto mehr kann man aufbauen 🙂
  • Aufmerksam bleiben: Ich finde es toll, mir in meiner Umwelt Ideen zu holen. Sei es der Gesprächsfetzen, den ich aufschnappe oder das Werbeplakat, das ich zufällig sehe. Andere Menschen zu beobachten (soll jetzt nicht gruselig klingen 😀 ) und sich ihre Geschichte auszudenken kann auch eine tolle Möglichkeit für einen Perspektivenwechsel sein. Es kann auch helfen, gezielt mal ohne Handy spazieren zu gehen und das Umfeld wirklich ganz bewusst wahrzunehmen. Das habe ich in letzter Zeit oft gemacht und fand es total angenehm und gut, um Eindrücke zu sammeln.
  • „Late Night Thoughts“: Richtig gut nachdenken kann ich ehrlich gesagt am besten, wenn ich nachts bei offenem Fenster im Dunklen liege und einfach meinen Gedanken freien Lauf lasse. Ich genieße das total: kein Handy, nichts mehr zu tun, einfach nur die Ruhe spüren, die eigenen Gefühle wahrnehmen und zulassen, was auch immer einen gerade beschäftigt.

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Das sind so meine persönlichen Tricks, um inspiriert zu bleiben. Wahrscheinlich muss da jeder seinen eigenen Weg finden, aber vielleicht hilft es ja irgendjemandem oder kann zumindest als Anregung dienen. Wie geht es euch damit? Kennt ihr solche „Tiefs“? Wenn ja, wie handhabt ihr das oder wie beugt ihr dem vor? Schreibt mir doch gerne eure Meinung oder eure eigenen Ideen in die Kommentare 🙂

Gesucht und Gefunden

Ich habe die Liebe gesucht

in Worten, die das Herz schmelzen,

Versprechen, die nach immer klingen,

Komplimente, die nach Honig schmecken

Ich habe die Liebe gesucht

in Versuchungen, denen man nicht widersteht,

Leidenschaft, die wie Feuer brennt,

in Atem rauben und rennendem Puls.

Ich habe die Liebe gesucht

in Plänen, die man zusammen schmiedet,

Zukunftsgedanken, die man so spinnt,

Träume, die man in allen Farben bunt ausmalt.

Ich habe die Liebe gesucht-

ja, ich habe es versucht,

Hoffnung gehabt und auch den Willen,

aber Liebe kann man nicht wollen und finden,

gefunden habe ich dafür ein Stück von mir, das noch fehlt.

Ich habe die Liebe gesucht

und herausgefunden,

dass ich sie erst in mir entdecken muss,

in mir selbst und für mich selbst,

bevor ich sie mit dir teilen kann…

 

 

 

 

„Wir haben so viel Zeit“

„Wir haben so viel Zeit“
Hast du gesagt und ich habe mich gefragt, was genau das heißt.
Es klang nach unendlich, aber jeder weiß doch, dass es das nicht gibt
„Wir haben so viel Zeit“
Hast du gesagt und dass wir den Moment genießen sollten,
wenn wir wollten stünde uns die Welt offen, heute genauso wie morgen.
„Wir haben so viel Zeit“
Hast du gesagt und gelacht
über jeden Plan, den ich gemacht habe,
weil das nicht deine Art ist zu leben und erstrecht nicht zu lieben.
„Wir haben so viel Zeit“
Hast du gesagt, aber die Zeiger liefen weiter und letztendlich
liefst du weiter und ich hatte die ganze Zeit plötzlich für mich.

Normal ist Ansichtssache

Ein kleiner, ganz spontaner Blogeintrag, den ich eigentlich nur geschrieben habe, weil 1. eine ganz bestimmte Person gerne wissen wollte, was für mich ein normales Leben bedeutet und 2. ich mich vor einem Haufen Unikram drücken möchte 🙂 

 

 

Normal ist, wenn ich es nicht hinterfragen muss

Weil ich glücklich bin, wie es ist,

Weil ich nichts vermiss und weil ich bei mir bin.

Normal ist, wenn ich zwar nicht angekommen bin,

Aber auf guten Weg, wenn ich alles geb‘

Und dann auch dafür belohnt werde,

Normal ist, wenn ich morgens aufwache

Und einen Tag erwarte, der gefüllt ist mit

Dingen, die mich beschäftigen und Pausen, die mich bekräftigen.

Normal ist, wenn ich selbst entscheiden darf,

Wenn ich tue was ich muss und manchmal was ich mag,

Wenn sich Stress und Ruhe die Waage halten,

Wenn ich viel lache und auch mal weine,

Wenn ich nicht ständig vergleiche und frage,

Was andere wohl tun oder haben,

Weil ich glücklich bin, wie es ist,

Weil ich nichts vermiss und weil ich bei mir bin.

Wenn ich keinen Neid verspür,

Wenn sich zwar eine Tür schließt aber

Durch das Fenster frische Luft rein weht und

Meine Reise weitergeht,

Wenn ich mich ins Abenteuer stürz, einfach aus Lust und Laune,

Wenn ich zuhause bleibe und mit niemandem sprech‘, einfach weil ich es brauche,

Wenn ich bei einer Entscheidung auf mein Herz höre und nicht auf die Stimme von außen,

Wenn mich Vorwürfe und Kritik nicht umwerfen, weil ich zu mir stehe,

Ich sie aber annehmen und hinnehmen kann.

Normal ist, wenn ich meine eigene Rückendeckung bin

Und mich trotzdem manchmal gerne anlehne,

Mich nach deiner Schulter sehne und nach einer Umarmung,

Und das obwohl ich glücklich bin, wie es ist,

Weil ich nichts vermiss und weil ich bei mir bin,

Aber solche Momente dazugehören,

Normal ist wohl, sie zu akzeptieren,

Zwischen Vernunft und Herz zu variieren.

Normal ist nicht zu definieren,

Weil nur ich weiß, was es für mich heißt

Und auch wenn du es mir manchmal nicht glaubst,

Ich glücklich bin, wie es ist,

Und auch wenn das nicht deiner Vorstellung entspricht,

Das bin ich, in meinem persönlichen Gleichgewicht.

Definitionsproblem

Draußen hat es angefangen zu schneien, aber hier drinnen ist es trotzdem kälter.
Zwischen uns Eiszeit.
Und ich merke, dass Liebe nicht immer Glück ist, dass Gefühle für jemanden nicht immer Hand in Hand mit Glücksgefühlen gehen.
Dass wir uns plötzlich nichts zu sagen haben,
aber in mir drin schreit alles, tobt alles, wütet alles.
Zwischen uns Wirbelsturm.
Und ich merke, dass Leidenschaft manchmal Leiden schafft.
Mir wird abwechselnd heiß und kalt, weil ich für dich brenne, aber du manchmal mit deiner Stille die Funken in meinen Augen löschst. Das nennt man wohl Funkstille.
Zwischen uns Feuer.
Und ich merke, dass Lust und Frust nur ein Buchstabe trennt und bei uns manchmal noch weniger.
Dass meine Hand zwar in deine passt, aber du nicht zu mir.
Dass wir Gedanken und Wünsche und Träume teilen, aber uns ein Haufen Sorgen und Probleme trennen.
Dass wir es beide Liebe nennen, aber keine gemeinsame Definition dafür finden.

Schubladengedanken

Manchmal, da will ich mir eine Schublade bauen

Und mich in ihr verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Genie und Wahnsinn

Lag mir das Festlegen noch nie,

Das Mathe Abi mit eins

Aber Schwierigkeiten eins und eins zusammen zu zählen,

Zwischen Ordnungsfreak und Chaoskopf,

Stopf ich tütenweise Kram in die Schränke

Aber kann offene Türen nicht ertragen,

Hab den roten Faden noch nie gesehen,

Und habe aufgegeben zu verstehen,

Wieso ich zu faul bin, zum Kühlschrank zu laufen

Aber mich kurz darauf stundenlang beim Sport austob‘

Warum ich Lob nicht annehmen kann

Aber bei Kritik schnell weine

Zwischen Sensibelchen und Ist-Mir-Egal,

Ein Freigeist- in eigenen Gedanken gefangen,

 

Will ich mir manchmal eine Schublade bauen

Und mich in ihr verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Beziehungsmensch und Einzelgänger

Auf der Suche nach Nähe ohne mich nahbar zu machen,

Liebe ich offene Gespräche aber geb‘ mich verschlossen

Will ich dir alles erzählen aber du darfst nichts wissen,

Zwischen „No risk no fun“ und „Comfortzone“,

Gehe ich gern zu weit, aber nur falls ich es schaffe

dafür mein Haus zu verlassen

 

Denn manchmal will ich mir lieber eine Schublade bauen

Und mich in ihr  verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Zwischen Neugierde und Beständigkeit

Gucke ich dieselbe Serie zwanzig Mal

Aber empfinde es als Qual

Keine neue Herausforderung zu haben

Zwischen Bescheidenheit und Eitelkeit

Erwarte ich deine volle Aufmerksamkeit

Kann aber selbst kaum in den Spiegel schauen,

Mache hundert Bilder von mir selbst

Aber laufe vor jedem Schnappschuss davon

 

Und würde mir lieber eine Schublade bauen

Mich in ihr  verstecken

Doch meine Ecken und Kanten

Finden dort keinen Platz

 

Und außerdem bin ich handwerklich nicht begabt,

Obwohl ich Kunst und Kreativität so sehr mag

Entspringt das alles nur meinem Kopf

Gelangt eventuell auf Papier,

Doch eine Kategorie, die gibt es für mich nicht

Ich pendle irgendwo dazwischen

Weder schwarz noch weiß

Und weiß selbst noch nicht so genau,

Wer ich morgen bin, oder wie oder wo,

Aber eins ist sicher und ändert sich nie:

Die Schublade bleibt nichts als bloße Fantasie.